Bild aus dem Comic Todesstreifen,erschienen im Christoph-Links-Verlag
Halle Saale 1984

West-Berlin 1989

Doch die Geschichte  der Jugendlichen führt nach der Ausreise  aus der DDR weiter. Im West-Berlin der 1980er Jahre ist das Interesse für die Vorgänge  dort gering. Auch in der Kreuzberger autonomen Szene, in der sich einige Ausreiser nun bewegen, kümmert man sich nicht um das, was hinter der Mauer im Ostteil der Stadt und in der DDR  vor sich geht....

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen und angesichts einer sich ab Frühjahr 1989 zuspitzenden Krisensituation beschließen die ausgereisten Jugendlichen aus Halle, die Mauer nun physisch anzugreifen.

Sie wollen nicht mehr nur Flugblätter verteilen oder demonstrieren, sondern gewaltsam gegen die Grenzanlagen vorgehen. Die Billigung des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking am 3. und 4. Juni 1989 durch hochrangige SED- Funktionäre, bei dem aus einer studentischen Protestbewegung schnell ein Volksaufstand gegen die herrschende chinesische KP wurde, erscheint ihnen

Bedrohung genug, um Bolzenschneider und dann auch Molotow- Cocktails gegen Grenzzaun und Betonmauer einzusetzen. ( aus " Mauerkrieger")

 

 

Comic Todesstreifen,Veröffentlichung der Stiftung Berliner Mauer

DDR in den Achtzigern

Dieses Buch beschäftigt sich  mit dem nicht  untypischen Lebenslauf von Jugendlichen aus Halle, die aufgrund  der für sie unerträglichen Lebensverhältnisse  in der DDR der Achtziger Jahre nach West-Berlin

ausreisten. Am Anfang stand die Vorliebe für harte  Rockmusik, für Heavy  Metal, der die Jugendlichen zu

Außenseitern  machte . Lederjacken und lange Haare waren von der auf Konformismus zielenden, spießigen SED- Führung nicht gern gesehen. Das Anderssein und  die Suche nach einem Raum dafür wurden zum Politikum, obwohl die Metal- Szene nicht gerade als politisch bezeichnet werden kann....

Der Kontrollwille der SED und der staatlichen Organe, die Bespitzelung und Verfolgung machten die Jugendlichen schließlich erst zu bewussten und entschiedenen Gegnern des Systems. Weil sie keine Perspektive für ihr Leben sahen, trieben sie die Ausreise aus der DDR voran. ( aus dem Buch "Mauerkrieger")

 

 

 

 Vopos transportieren am 7.Oktober '89 Demonstranten ab.Todesstreifen-Aktionen gegen die Mauer in West-Berlin 1989
7.Oktober 1989 Ost-Berlin

Bild aus dem Comic Todesstreifen

Roland Jahn

Der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, hätte sich zu DDR-Zeiten mehr Proteste gegen die Berliner Mauer innerhalb der DDR gewünscht. Eigentlich hätte jeden Tag gegen dieses Monument der Menschenrechtsverletzung demonstriert werden müssen. Ihn erschrecke im Nachhinein, wie viele Intellektuelle die Mauer gut geredet hätten und die Rechtfertigung funktioniert hat. Eigentlich hätte die Mauer im Zentrum des Protestes der DDR- Opposition stehen müssen. Jahn bezeichnete die Mauer als ein Instrument, das dafür gesorgt habe, dass Disziplinierung und Anpassung stattfanden (Berliner Morgenpost, 2018).

 

 

 

Wenn Geschichte Kunst wird-  die Berliner  Mauer  als Comic

Todesstreifen

Graphic Novel

Christoph-Links-Verlag

Raik Adam

Mauer, Stacheldraht und Todesstreifen wurden von der SED mit einem absoluten Denkverbot belegt und die Menschen hielten sich in ihrer Angst und Mutlosigkeit daran. Wer es trotzdem wagte, um den kümmerte sich die Stasi. Keine DDR-Oppositionsgruppe führte den Kampf gegen die Mauer...

 

 

 


30 Jahre Mauerfall ,Oberstleutnant Schulze vom Grenzregiment 33 an der Berliner Mauer,Bild aus dem Comic Todesstreifen

Oberstleutnant Schulze, Grenzregiment 33